Was ist „Soft Machining“?
Unter „Weichbearbeitung“ versteht man das Zerspanen und Bearbeiten von Werkstoffen mit relativ geringer Härte oder von Werkstoffen im ungehärteten oder geglühten Zustand. Zu den gängigen Werkstoffen zählen Aluminiumlegierungen, Kupfer, Messing, Kunststoffe, kohlenstoffarmer Stahl sowie Stahlteile vor der Wärmebehandlung. Diese Verfahren werden häufig für die CNC-Grobbearbeitung, die Vorbearbeitung, die Herstellung von Prototypen und die Kleinserienfertigung eingesetzt. Zu den wichtigsten Merkmalen zählen ein geringer Schnittwiderstand, eine hohe Bearbeitungseffizienz, geringerer Werkzeugverschleiß und besser kontrollierbare Gesamtkosten. Einfach ausgedrückt bedeutet die Bearbeitung weicher Werkstoffe, dass ein Material bearbeitet wird, solange es sich leichter zerspanen lässt, wodurch die Effizienz gesteigert und der Aufwand für nachfolgende Bearbeitungsschritte verringert wird.

Auswahl des Materials
Weichmetalle und Nichteisenmetalle
Weiche Metalle und Nichteisenmetalle sind die gängigsten Werkstoffarten in der Weichbearbeitung; dazu zählen vor allem Aluminiumlegierungen, Kupfer, Messing und kohlenstoffarmer Stahl. Diese Werkstoffe weisen eine relativ geringe Härte und einen geringen Schnittwiderstand auf, wodurch sie sich für die Bearbeitung komplexer Strukturteile, kleiner Präzisionskomponenten und Prototypenteile mittels CNC-Fräsen, Drehen, Bohren und anderer Verfahren eignen. Einige dieser Werkstoffe weisen jedoch eine hohe Zähigkeit und starke Duktilität auf, sodass bei der Bearbeitung Probleme wie Aufbauschneiden, Grate oder Oberflächenkratzer auftreten können. Daher müssen die Schneidwerkzeuge, die Schnittparameter und die Kühlmethode sorgfältig ausgewählt werden.

Kunststoffe und Polymerwerkstoffe
Zu den Kunststoffen und Polymerwerkstoffen gehören PE, PP, PVC, PTFE, PET, PA, Epoxidharz, Polyurethan, Silikonkautschuk und andere. Sie werden häufig für Isolierteile, medizinische Komponenten, Halterungen, Gehäuse und Leichtbauteile verwendet. Diese Werkstoffe weisen eine geringe Dichte auf und lassen sich leicht verarbeiten, haben jedoch eine schlechte Wärmeleitfähigkeit. Bei der Bearbeitung kann es durch Wärmeentwicklung leicht zu Verformungen, geschmolzenen Kanten oder Graten kommen. Daher sollten bei der Bearbeitung von Kunststoffen scharfe Schneidwerkzeuge verwendet und Spindeldrehzahl, Vorschubgeschwindigkeit sowie Schnittwärme angemessen geregelt werden, um Maßhaltigkeit und Oberflächenqualität zu gewährleisten.
Verbundwerkstoffe
Zu den Verbundwerkstoffen zählen vor allem kohlefaserverstärkte Werkstoffe, glasfaserverstärkte Werkstoffe und andere hybridverstärkte Werkstoffe. Es handelt sich dabei nicht unbedingt um Werkstoffe mit geringer Härte, doch im Zusammenhang mit der Bearbeitung weicher Werkstoffe werden sie häufig zur Formgebung und zum Beschnitt von Rapid-Prototypen, leichten Strukturteilen und speziellen Funktionskomponenten eingesetzt. Da Verbundwerkstoffe in der Regel eine geschichtete oder faserverstärkte Struktur aufweisen, kann es bei der Bearbeitung leicht zu Delaminationen, Graten, Faserausbrüchen oder Kantenausbrüchen kommen. Um die Materialintegrität zu gewährleisten, sind spezielle Schneidwerkzeuge, stabile Spannverfahren und geeignete Schnittparameter erforderlich.
Weiche und elastische Materialien
Zu den weichen und elastischen Materialien zählen TPE, PU, Flüssigsilikonkautschuk, Kautschuk, Latex und ähnliche Werkstoffe. Sie werden häufig für vibrationsdämpfende Polster, Dichtungen, flexible Verbindungselemente, hautähnliche Berührungskomponenten und Polsterkonstruktionen verwendet. Diese Materialien zeichnen sich durch hohe Elastizität und einen breiten Härtebereich aus und verformen sich unter Krafteinwirkung leicht. Daher stellen sie höhere Anforderungen an die Aufspannung, die Schärfe der Werkzeuge und die Bearbeitungsbahnen. Einige Materialien eignen sich besser für Silikonformen, weiche Werkzeuge, Gussverfahren oder Replikationsformen, um eine stabile Form und eine bessere Oberflächengüte zu erzielen.
Biokompatible sowie mikro- und nanostrukturierte weiche Materialien
Zu den biokompatiblen Polymeren und weichen Mikro- und Nanomaterialien gehören Agar, Agarose, organische Monoschichtmaterialien und andere. Sie finden häufig Anwendung in der Biomedizin, der Mikrofluidik, bei Lab-on-a-Chip-Geräten sowie bei der Herstellung von Mikro- und Nanostrukturen. Diese Materialien werden in der Regel nicht mit herkömmlichen CNC-Verfahren in Serie bearbeitet; stattdessen werden sie häufiger mittels Weichlithografie, Musterübertragung, Replikationsformen und ähnlichen Techniken verarbeitet. Der Schwerpunkt liegt auf der Wahrung der Biokompatibilität, der Genauigkeit der Mikrostruktur und der Oberflächenintegrität, wodurch sie sich für Mikrokanäle, flexible Schablonen und experimentelle Funktionsstrukturen eignen.
Gängige Verfahren der weichen Zerspanung
Fräsen
Fräsen verwendet eine herkömmliche Fräsmaschine oder eine CNC-Anlage, um ein rotierendes Schneidwerkzeug zum Bearbeiten des Werkstücks zu steuern. Sie eignet sich für die Bearbeitung komplexer Konturen, Hohlräume, Stufenflächen und Teile mit engen Toleranzen und wird häufig für Kunststoffe, Verbundwerkstoffe, Aluminiumlegierungen und ähnliche Werkstoffe eingesetzt.
Wenden
Wenden entfernt Material, indem das Werkstück gedreht und das Schneidwerkzeug bewegt wird. Es wird hauptsächlich für zylindrische Teile, Wellen und rotationssymmetrische Bauteile eingesetzt und eignet sich für die effiziente Bearbeitung von weichen Metallen, Kunststoffen und ähnlichen Werkstoffen.
Bohren
Das Bohren dient dazu, runde Löcher in ein Werkstück zu bohren. Es wird häufig mit CNC-Bearbeitungen kombiniert, um Passlöcher, Montagebohrungen und Gewindevorbohrungen herzustellen, und eignet sich für die meisten weichen Werkstoffe.
Schleifen
Beim Schleifen werden Schleifkörner auf einer Schleifscheibe eingesetzt, um einen Mikroschnitt durchzuführen. Dieses Verfahren eignet sich für die Oberflächenbearbeitung, die Maßkorrektur oder die Einhaltung enger Toleranzen bei weichen Werkstoffen; dabei müssen jedoch die Belastung der Schleifscheibe, die Wärmeableitung und Oberflächenkratzer berücksichtigt werden.
Laserschneiden
Beim Laserschneiden wird ein hochenergetischer Laserstrahl eingesetzt, um das Material punktuell zu schmelzen oder zu verdampfen. Dieses Verfahren eignet sich für das schnelle Schneiden von Blechen, Folien, Kunststoffen und einigen weichen Materialien und zeichnet sich durch hohe Geschwindigkeit und hohe Konturgenauigkeit aus.
Wasserstrahlschneiden
Beim Wasserstrahlschneiden werden Materialien mit einem Hochdruckwasserstrahl oder einem abrasiven Wasserstrahl geschnitten. Dieses Verfahren eignet sich für wärmeempfindliche Materialien und verhindert die Entstehung von Wärmeeinflusszonen sowie thermische Verformungen. Es wird häufig für Kunststoffe, Gummi, Verbundwerkstoffe und weiche Metallbleche eingesetzt.
Chemisches Ätzen
Beim chemischen Ätzen wird Material mithilfe einer chemischen Lösung selektiv abgetragen. Dieses Verfahren eignet sich für dünne Bleche, Folien und die Bearbeitung feiner Strukturen und ermöglicht die Herstellung komplexer Strukturen und feiner Konturen; allerdings müssen die Ätztiefe und die Oberflächenqualität streng kontrolliert werden.
Grobbearbeitung und Vorbearbeitung
Grobzerspanung
Die Grobbearbeitung ist der erste Schritt bei der spanenden Bearbeitung. Dabei wird der größte Teil des überschüssigen Materials schnell vom Rohling abgetragen, sodass das Werkstück zunächst seine ungefähre Endform annimmt. In dieser Phase wird weder eine sehr hohe Präzision noch eine hohe Oberflächengüte angestrebt. Der Schwerpunkt liegt auf der Verbesserung der Bearbeitungseffizienz und der Hinterlassung eines angemessenen Aufmaßes für die anschließende Vorfertigbearbeitung, Fertigbearbeitung oder Wärmebehandlung.
Bei Teilen, die einer Wärmebehandlung unterzogen werden müssen, erfolgt die Grobbearbeitung in der Regel vor der Wärmebehandlung, da sich das Material im ungehärteten Zustand leichter zerspanen lässt, was den Werkzeugverschleiß verringern und die Bearbeitungszeit verkürzen kann. Nach der Grobbearbeitung kann das Bauteil einer Spannungsarmglühung, einem Abschrecken, einem Anlassen oder anderen Behandlungen unterzogen und anschließend fertigbearbeitet werden, um die Abmessungen und die Oberflächenqualität zu korrigieren. Da die Wärmebehandlung zu leichten Verformungen führen kann, sollte das Bauteil bei der Grobbearbeitung nicht direkt auf seine Endmaße bearbeitet werden; es sollte im Voraus ein Aufmaß vorgesehen werden.
Halbfertigbearbeitung
Die Vorbearbeitung ist ein Übergangsprozess zwischen der Grobbearbeitung und der Feinbearbeitung. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, stabilere Bearbeitungsbedingungen für die abschließende Feinbearbeitung zu schaffen. Nach der Grobbearbeitung korrigiert sie die Form und die Maße des Werkstücks weiter, beseitigt ungleichmäßige Aufmaße und sorgt für einheitlichere Schnittzugaben für die anschließende Feinbearbeitung.
Durch die Vorbearbeitung lassen sich innere Spannungen, Verformungen und Oberflächenunebenheiten, die durch die Grobbearbeitung entstehen, reduzieren; außerdem können dabei bereits einige sekundäre Merkmale vorab bearbeitet werden. Dies verringert die Werkzeugbelastung und Maßschwankungen während der Endbearbeitung. Die Vorfertigbearbeitung ist zwar nicht der abschließende Formgebungsprozess, stellt jedoch einen wichtigen Schritt dar, um die endgültige Maßgenauigkeit, geometrische Genauigkeit und Oberflächenqualität sicherzustellen.
Prüfung und Endbearbeitung
Nach der Bearbeitung sind Prüfung und Oberflächenveredelung wichtige Schritte zur Sicherstellung der Qualität und Leistungsfähigkeit der Bauteile. Die Prüfung dient in erster Linie dazu, zu bestätigen, ob das Bauteil die Anforderungen der Zeichnung erfüllt, darunter Maßgenauigkeit, geometrische Toleranzen, Oberflächenrauheit, Härte und Fehlerzustände. Zu den gängigen Messgeräten zählen Koordinatenmessgeräte (CMMs), Messschieber oder Mikrometer, Oberflächenrauheitsmessgeräte, Härteprüfgeräte sowie Geräte zur zerstörungsfreien Prüfung. Um zuverlässige Ergebnisse zu gewährleisten, sollte die Prüfumgebung kontrolliert werden, die Geräte sollten regelmäßig kalibriert werden, die Arbeitsabläufe sollten standardisiert sein und die Daten sollten aufgezeichnet und rückverfolgbar sein.
Die Oberflächenveredelung verbessert die Oberflächenbeschaffenheit und das Erscheinungsbild eines Bauteils durch physikalische oder chemische Verfahren. Zu den gängigen Verfahren zählen Sandstrahlen, Polieren, Eloxieren, Galvanisieren, Schwarzoxidieren, Lackieren und Passivieren. Verschiedene Verfahren können die Verschleißfestigkeit, Korrosionsbeständigkeit, Oxidationsbeständigkeit oder das Erscheinungsbild verbessern. Bei der konkreten Auswahl sollte das Verfahren auf der Grundlage des Werkstoffs, der Einsatzumgebung, der Anforderungen der Zeichnung und der Kosten festgelegt werden, wobei besonderes Augenmerk auf die Sauberkeit der Vorbehandlung, die Prozessparameter und die Haftfestigkeit der Beschichtung zu legen ist.

Weiche Bearbeitung vs. harte Bearbeitung
Der wesentliche Unterschied zwischen der Weichbearbeitung und der Hartbearbeitung liegt in der Materialhärte und den Bearbeitungsbedingungen. Die Weichbearbeitung wird für Materialien mit geringer Härte oder ungehärtete Werkstoffe eingesetzt und legt den Schwerpunkt auf Effizienz, Kosten und schnelle Formgebung; die Hartbearbeitung wird für gehärtete oder hochfeste Werkstoffe eingesetzt und legt den Schwerpunkt auf Verschleißfestigkeit, Maßhaltigkeit und Lebensdauer.
| Vergleichsdimension | Sanfte Bearbeitung | Schwere Zerspanung |
| Bearbeitungsobjekt | Werkstoffe mit geringer Härte oder ungehärtete Werkstoffe | Gehärtete oder hochfeste Werkstoffe |
| Allgemeine Materialien | Aluminium, Kupfer, Messing, kohlenstoffarmer Stahl, geglühter Stahl, Kunststoffe | vergüteter Stahl, Werkzeugstahl, Formstahl, Lagerstahl, einsatzgehärteter Stahl |
| Schwierigkeit der Bearbeitung | Unter | Höher |
| Bearbeitungseffizienz | Hoch; geeignet für schnellen Materialabtrag | Geringer, kann jedoch einige Schleifvorgänge ersetzen |
| Erforderliche Werkzeuge | Schnellarbeitsstahl, Hartmetall, Schneidwerkzeuge mit scharfen Kanten | PCBN, Keramikwerkzeuge, beschichtete Hartmetallwerkzeuge usw. |
| Kostenmerkmale | Geringere Bearbeitungskosten und geringerer Werkzeugverschleiß | Höhere Kosten für Werkzeuge und Ausrüstung |
| Häufige Probleme | Materialhaftung, Grate, Verformung, Aufbauschneide | Kantenausbrüche, hohe Schnittwärme, Werkzeugverschleiß, Gefahr von Oberflächenrissen |
| Prozessziel | Effizienz steigern, Kosten senken und eine schnelle Formgebung erreichen | Verbesserung der Verschleißfestigkeit, der Präzisionsstabilität und der Lebensdauer |
Anwendungsbereiche der sanften Bearbeitung
Luft- und Raumfahrt
Wird zur Herstellung komplexer Strukturbauteile wie Kabinenkomponenten, Flügelrippen, Triebwerksgehäuse und Fahrwerkskomponenten verwendet und erfüllt dabei die Anforderungen an Leichtbau, Präzision und strukturelle Zuverlässigkeit.
Medizinische Geräte
Wird für das Rapid Prototyping und die Präzisionsbearbeitung von orthopädischen Implantaten, chirurgischen Instrumenten, endoskopischen Werkzeugen und Komponenten für Diagnosegeräte verwendet.
Elektronik und Halbleiter
Wird zur Bearbeitung von Präzisionsbauteilen wie Leiterplatten, Gerätegehäusen, Steckverbindern, Sensoren, Waferträgern und Gasverteilungskanälen verwendet.
Konsumgüter und High-End-Fertigung
Wird für die Präzisionsformgebung und Oberflächenveredelung von Bauteilen wie Schmuck, Musikinstrumentenkomponenten, hochwertigen Möbeln, Gehäusen für Unterhaltungselektronik und Gehäusen für Kopfhörer verwendet.
Automobilindustrie und Formenbau
Wird zur Validierung von Prototypen von Automobilteilen, maßgefertigten Innenraumkomponenten und zur Bearbeitung von Kavitäten in Präzisionsformen wie Spritzguss- und Druckgussformen verwendet.
Häufige Herausforderungen und Lösungen bei der weichen Bearbeitung
Verformung der Spannvorrichtung und Schwierigkeiten bei der Positionierung
Weiche Werkstoffe weisen eine relativ geringe Steifigkeit auf. Dünnwandige Teile, Kunststoffteile, Gummiteile und Teile aus weichem Metall werden beim Einspannen leicht gequetscht oder elastisch verformt. Nach dem Lösen der Spannung können sie zudem zurückspringen, wodurch die Maße die Toleranzgrenzen überschreiten. Die Lösung besteht darin, Vakuumspannfutter, flexible weiche Spannbacken, spannungsarme Druckplatten oder spezielle Spannvorrichtungen zu verwenden, um die Spannkraft gleichmäßig zu verteilen; bei Bedarf können zusätzliche Stützen oder vorübergehende Füllmaterialien eingesetzt werden, um die Bearbeitungssteifigkeit zu verbessern.
Kantenablagerungen, schlechte Spanabfuhr und instabile Oberflächenqualität
Werkstoffe wie Aluminium, Kupfer und Kunststoffe neigen dazu, durchgehende Späne zu bilden. Bei unzureichendem Spanabtransport kann es zu Nachschneiden, Materialanhaftungen und Aufbauschneiden kommen, was sich negativ auf die Oberflächenqualität und die Standzeit des Werkzeugs auswirkt. Es sollten scharfe Schneidkanten, große Spanwinkel und polierte Spanrillen verwendet werden, zusammen mit Luftkühlung, Innenkühlung, Minimalmengenschmierung oder einer geeigneten Schneidflüssigkeit, um Späne rechtzeitig abzuführen und die Wärme abzuleiten.
Reduzierung von Vibrationen und Maßschwankungen
Bei der Bearbeitung tiefer Hohlräume, dünner Wände oder langer Werkzeugüberhänge kann eine unzureichende Systemsteifigkeit leicht zu Rattern, Werkzeugdurchbiegung, Vibrationsspuren oder sogar zum Werkzeugbruch führen. Die Stabilität lässt sich verbessern, indem der Werkzeugüberhang verkürzt wird, schwingungsdämpfende Werkzeughalter verwendet werden, die Schnittkraft reduziert wird sowie geringe Schnitttiefen, Mehrfachbearbeitung, hohe Spindeldrehzahlen und niedrige Vorschübe pro Zahn eingesetzt werden.
Abbau innerer Spannungen und Dimensionsdrift
Nachdem bei der Grobbearbeitung eine große Materialmenge abgetragen wurde, kommt es zu einer Umverteilung der Restspannungen im Werkstoff, was zu einer späteren Verformung des Bauteils oder zu Maßabweichungen führen kann. Dies macht sich insbesondere bei Aluminiumlegierungen, Kunststoffen, dünnwandigen Bauteilen und langen Wellenbauteilen bemerkbar. Empfohlen wird ein Arbeitsablauf nach dem Schema “Grobbearbeitung → natürliche Alterung oder Spannungsarmglühen → Vorbearbeitung → Endbearbeitung”, wobei nach der Grobbearbeitung ein angemessener Aufmaßspielraum verbleiben sollte, um spätere Maßkorrekturen zu ermöglichen.
Thermische Verformung und Temperaturempfindlichkeit
Kunststoffe, Gummi, Kupfer und einige Aluminiumlegierungen reagieren empfindlich auf Schnittwärme. Ein Wärmeaufbau kann leicht zu Ausdehnung, Erweichung, geschmolzenen Kanten oder Maßabweichungen führen. Bei der Bearbeitung sollten scharfe Werkzeuge, geringere Schnitttiefen und ein gleichmäßiger Vorschub verwendet werden; lange, ununterbrochene Schnitte sollten vermieden werden, und je nach Werkstoff sollten Luftkühlung, Minimalmengenschmierung oder geeignete Kühlverfahren gewählt werden. Präzisionsteile sollten zudem in einer temperaturgeregelten Umgebung bearbeitet und geprüft werden.
Schwierigkeiten bei tiefen Kavitäten, dünnen Wänden und unregelmäßigen Strukturen
Teile mit tiefen Kavitäten neigen aufgrund eines übermäßigen Werkzeugüberhangs zu Rattern; dünnwandige Teile verformen sich leicht durch Schnitt- und Spannkräfte; unregelmäßige Teile weisen oft instabile Bezugspunkte und eine schlechte Zugänglichkeit für das Werkzeug auf. Die Stabilität lässt sich durch spezielle Spannvorrichtungen, zusätzliche Stützen, schichtweises Zerspanen, symmetrische Bearbeitung, vibrationsdämpfende Werkzeughalter, Hochdruck-Innenkühlung oder fünfachsige Bearbeitung verbessern. Bereits in der Konstruktionsphase sollten das Verhältnis von Tiefe zu Breite, der Eckenradius und die Bearbeitbarkeit optimiert werden.
Prüfbedingungen und Kontrolle der Maßhaltigkeit
Teile aus weichem Material reagieren empfindlich auf Spannkraft, Temperatur und Rückprall, was zu unterschiedlichen Prüfergebnissen im gespannten und im freien Zustand führen kann. Die Prüfbedingungen sollten in der Zeichnung oder der Prüfspezifikation klar definiert sein, und für die Prüfung sollten Koordinatenmessgeräte (CMMs), optische Messgeräte oder spezielle Messlehren verwendet werden. Bei hochpräzisen Bauteilen sollten zudem Temperatur und Luftfeuchtigkeit der Prüfumgebung kontrolliert werden, und die Daten sollten aufgezeichnet und rückverfolgbar sein.
Werkzeugverschleiß und Prozessstabilität
Die Bearbeitung weicher Werkstoffe kann zudem zu Werkzeugverschleiß führen, der durch Materialanhaftungen, Aufbauschneiden, abrasiv verstärkte Werkstoffe oder eine unzureichende Spanabfuhr verursacht wird, was sich wiederum auf die Maßhaltigkeit und Oberflächenqualität auswirkt. Die Schneidkanten der Werkzeuge sollten regelmäßig überprüft und stumpfe Werkzeuge rechtzeitig ausgetauscht werden. Bei der Bearbeitung von Verbundwerkstoffen, glasfaserverstärkten Kunststoffen oder Kohlefasermaterialien sollten beschichtete Hartmetallwerkzeuge, Diamantwerkzeuge oder spezielle Schleifwerkzeuge gewählt werden.
Konstruktionstipps für weichbearbeitete Teile
Verwenden Sie abgerundete Übergänge für Innenecken
Bei weichen Werkstücken sollten scharfe Innenrechtwinkel vermieden werden, da Fräser perfekt rechtwinklige Innenecken nicht direkt bearbeiten können. Bei der Konstruktion sollten abgerundete Übergänge vorgesehen werden. Der Eckenradius sollte nicht kleiner als der Werkzeugradius und vorzugsweise etwas größer als der üblicherweise verwendete Werkzeugradius sein, um die Bearbeitung der Ecken zu vereinfachen und die Bearbeitungseffizienz zu verbessern.
Bearbeitung tiefer Hohlräume, schmaler Schlitze und dünnwandiger Strukturen
Tiefe Hohlräume, schmale Schlitze und dünnwandige Strukturen können leicht zu Rattern, Werkzeugbruch, Schwierigkeiten beim Spanabtransport und Verformungen des Werkstücks führen. Bei der Konstruktion sollten übermäßig tiefe, schmale oder dünne Strukturen vermieden werden. Die Schlitzbreite sollte nach Möglichkeit nicht kleiner als der Werkzeugdurchmesser sein; an schwachen Stellen kann die Wandstärke erhöht oder können Verstärkungsrippen hinzugefügt werden, um die Bearbeitungssteifigkeit und -stabilität zu verbessern.
Toleranzen sinnvoll festlegen
Weiche Werkstoffe reagieren empfindlich auf Schnittkräfte, Spannkräfte und Temperatur. Zu enge Toleranzen erhöhen den Bearbeitungsaufwand, die Prüfkosten und das Ausschussrisiko. Bei der Konstruktion sollte zwischen maßkritischen und nicht maßkritischen Abmessungen unterschieden werden. Enge Toleranzen sollten nur auf Passflächen, Dichtflächen, Positionierflächen und andere kritische Bereiche angewendet werden, während für andere Maße allgemeine Bearbeitungstoleranzen verwendet werden können.
Verwenden Sie zunächst Standardbohrungen und Standardgewinde
Bohrungsdurchmesser und Gewinde sollten nach Möglichkeit in Standardgrößen ausgeführt werden, wobei übermäßig viele Sonderbohrungen, kleine Bohrungen und kleine Gewinde vermieden werden sollten. Standardbohrungen und -gewinde können den Bedarf an Sonderwerkzeugen und Werkzeugwechseln reduzieren und gleichzeitig die Bearbeitungsstabilität verbessern. Bei Sacklöchern sollten zudem der Bohrspitzenwinkel, die Gewindetiefe und die Bearbeitungszugabe berücksichtigt werden.
Bearbeitungszugabe einkalkulieren und einheitliche Bezugspunkte verwenden
Weiche Werkstoffe können sich während der Bearbeitung verformen, zurückfedern oder Maßschwankungen aufweisen; daher sollten an wichtigen bearbeiteten Flächen angemessene Toleranzen für spätere Korrekturen vorgesehen werden. Außerdem sollten stabile Bezugsebenen oder Passbohrungen vorgesehen werden, und es sollten so weit wie möglich einheitliche Bezugssysteme verwendet werden, um kumulierte Fehler durch mehrfache Einrichtvorgänge zu reduzieren.
Berücksichtigen Sie im Vorfeld die Auswirkungen von Spannvorrichtungen und Oberflächenbehandlungen
Wenn weich bearbeitete Teile keine geeigneten Spannpositionen aufweisen, können sie während der Bearbeitung leicht zerquetscht, durch das Spannen verformt oder instabil gelagert werden. Um die Spannkraft gleichmäßig zu verteilen, können bereits bei der Konstruktion Bearbeitungsvorsprünge, Spannkanten, Passbohrungen oder spezielle Spannflächen vorgesehen werden. Wenn das Bauteil eloxiert, galvanisiert, lackiert, passiviert oder anderweitig oberflächenbehandelt werden soll, sollten auch die Schichtdicke und Maßausgleichsmaßnahmen im Voraus berücksichtigt werden, um Beeinträchtigungen der Montagegenauigkeit nach der Endbearbeitung zu vermeiden.
Optionen zur Oberflächenveredelung für weich bearbeitete Teile
Teile aus Aluminiumlegierungen
Zu den gängigen Verfahren für Aluminiumlegierungen zählen das Eloxieren, das Harteloxieren, die chemische Konversionsbeschichtung, das Sandstrahlen, das Lackieren und die Galvanisierung. Durch das Eloxieren lässt sich eine dichte Oxidschicht bilden, die die Korrosionsbeständigkeit, die Verschleißfestigkeit und das optische Erscheinungsbild verbessert. Durch Sandstrahlen lassen sich Werkzeugspuren entfernen, eine gleichmäßige, matte Oberfläche erzielen und die Haftung der Beschichtung verbessern. Da Eloxieren und Galvanisieren die Abmessungen der Teile verändern, sollte bei Bereichen, die eine präzise Passform erfordern, im Voraus eine Toleranz für die Schichtdicke einkalkuliert werden.
Teile aus Kupferlegierungen
Zu den gängigen Verfahren für Kupferlegierungen zählen Polieren, Passivieren, Oxidationsschutzbehandlungen, Vernickeln, Verzinnen, Vergolden und Verchromen. Sie dienen hauptsächlich dem Schutz vor Oxidation, der Verbesserung der Leitfähigkeit und der Lötbarkeit sowie der optischen Aufwertung. Bei elektronischen Steckverbindern und leitfähigen Anschlüssen kommen häufig Verzinnung oder Vergoldung zum Einsatz; bei Zierteilen werden oft Polieren oder Galvanisieren angewendet. Da Oberflächen aus Kupferlegierungen leicht oxidieren, sind die Sauberkeit der Vorbehandlung und die Haftfestigkeit der Beschichtung von entscheidender Bedeutung.
Teile aus weichem Stahl oder Edelstahl
Bei Bauteilen aus weichem Stahl oder Edelstahl kommen üblicherweise Passivierung, Schwarzoxidierung, Sandstrahlen, Verzinkung, Vernickelung und Lackierung zum Einsatz. Durch die Passivierung kann freies Eisen von der Oberfläche entfernt und ein stabiler Passivfilm gebildet werden, wodurch die Korrosionsbeständigkeit bei nahezu keiner Maßänderung verbessert wird. Dieses Verfahren eignet sich für medizinische Geräte, Lebensmittelanlagen und Präzisionsbauteile. Wenn Rostschutz, Verschleißfestigkeit oder ein dekoratives Erscheinungsbild erforderlich sind, können je nach Einsatzumgebung Schwarzoxidierung, Galvanisierung oder Lackierung gewählt werden.
Technische Kunststoffteile
Bei technischen Kunststoffen kommen üblicherweise Lackierung, Vakuummetallisierung, Kunststoffgalvanisierung, Siebdruck, Tampondruck und Polieren zum Einsatz. Durch Lackieren lassen sich Farbe, Glanz, Haptik und Kratzfestigkeit verbessern. Vakuummetallisierung und Kunststoffgalvanisierung können Kunststoffteilen ein metallisches Aussehen, eine leitfähige Abschirmung oder einen dekorativen Effekt verleihen. Da Kunststoffe eine relativ geringe Oberflächenenergie aufweisen, sind vor der Behandlung in der Regel Reinigung, Aufrauen, Aktivierung oder eine Grundierung erforderlich, um die Haftung der Beschichtung zu gewährleisten.
Zusammenfassung
Die Weichbearbeitung eignet sich für die effiziente Bearbeitung von Werkstoffen mit geringer Härte oder ungehärteten Werkstoffen, insbesondere von Prototypen, Kleinserienbauteilen, komplexen Strukturteilen und zur Vorbearbeitung vor der Wärmebehandlung. Um eine stabile Bearbeitungsqualität zu erzielen, müssen je nach Werkstoffeigenschaften geeignete Verfahren ausgewählt und systematische Kontrollen in Bezug auf Aufspannung, Werkzeugauswahl, Schnittparameter, Kühlung und Spanabfuhr, Wärmebehandlungszugabe, Prüfung und Oberflächengüte durchgeführt werden. Eine sinnvolle Lösung für die Weichbearbeitung verbessert nicht nur die Bearbeitungseffizienz, sondern verringert auch den Werkzeugverschleiß, verhindert ein Durchbiegen der Werkzeugmaschine, reduziert das Risiko einer Werkstückverformung und schafft eine solide Grundlage für die anschließende Endbearbeitung sowie die spätere Funktionsfähigkeit des Werkstücks.









